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Donnerstag, 24. August 2006

Donnerstagsprognose

Calle bemerkte:
Eine Prognose zum Verlauf des heutigen Abends:
Jürgen wird mich um 20.45 h mit den Worten "Ich bin nicht früher weggekommen" abholen.
Im Gasauto werden wir uns mit den Worten:"Endlich wieder Donnerstag" begrüssen.
Wir werden an der Esso Rauchwaren für zwischen den Stumpen kaufen.
Ralf wird fragen: "Wo treibt sich denn der Jörg rum?"
Winner hat Spezi und Bier gekauft.
Die Espressotassen sind nicht gespült.
Winner hat die Utopia-Zeitschrift von Ralf dabei.
Grillfeuer, aber nix zu grillen.
Das Thema Rasenmäherkauf und Rasenpflege wird den Abend beherrschen.
Keiner, außer den Sympis fährt mit aufs Sommertreffen.
Um 23.37 wird Jürgen sagen: "Wolle mer dann, ich hab morgen einen Termin."
Im Gasauto läuft Kubanische Musik der 30er Jahre volle Otze.

Dienstag, 18. April 2006

Von der Reife zur Verschlüsselung Rauchwaren

Rauchwaren

Jürgen bemerkte:

Zigarren müssen reifen. Vor allem denen aus dem real existierenden Sozialismus in der Karibik sagt man ein besonderes Reifepotential nach. Es ist wie beim Wein: ein junger roter aus dem Bordeaux ist spitz, kantig, ja manchmal sogar aggressiv. Nach längerer Reifezeit aber wird ein guter "Roter" milder, ausgewogener und harmonisch.
Ähnlich verhält es sich mit Zigarren, jedoch ist das Reifen nicht mit dem Fermentieren zu verwechseln. Das Fermentieren ist ein Prozess den der Tabak absolviert bevor der rauchbare Stumpen entsteht.

Beim Reifen der fertigen Zigarre werden überschüssige Blattöle abgebaut, die Zigarre entwickelt einen harmonischeren Geschmack und letztendlich brennt sie meistens auch besser ab. Dies ist ein kontinuierlicher biologischer Prozess, ein bis zwei Jahre sollte er mindestens dauern, je länger, desto besser. Natürlich gibt es auch eine Grenze wann der Gipfel überschritten ist. Zigarren aus vorrevolutionärer Zeit (Revolution in Cuba: am 2. Dezember 1956 landeten 82 Freiheitskämpfer auf Cuba. Nur drei Jahre später stürzt die inzwischen zu Tausenden zählende kubanische Freiheitsarmee die Diktatur Bastistas) werden zwar zu astronomischen Preisen gehandelt, kaum jemand kommt allerdings auf die Idee die alten Dinger zu rauchen.
Durch einen glücklichen Umstand erstand ich aus einer Geschäftsauflösung zwei Kisten ältere, sprich gereifte Zigarren aus Cuba. Die Frage stellte sich: wie alt sind die Dinger? Beim Roten aus dem Bordeaux, - kein Problem: steht ja groß auf dem Etikett. Doch was machen unsere cubanischen Freunde? Drucken von Hand einen Stempel auf die Unterseite der Kiste mit vermeintlich willkürlich aneinandergereihten Buchstaben. Eine Art Geheimcode, hinter der sich Jahr und Monat der Herstellung, sowie der Name der Fabrik verbirgt, in der sie gerollt wurden.
Das sieht dann bei meinen zwei Kisten so aus: TENCCUT und OMOSSU
Womit die Cubaner allerdings nicht rechneten, war die weltumspannende Verbreitung eines Computernetzes, wo einige "Verräter" die Entschlüsselung der Codes für jedermann zugänglich machten. Dank Internet läßt sich also heute leicht entschlüsseln was früher nur in speziellen Fachbüchern zu recherchieren war. Die cubanische Zigarrenindustrie hat mittlerweile ihre Schlüsse daraus gezogen und stempelt seit dem Jahr 2000 einfach den Monat und das Herstellungsjahr in unkodierter Form auf die Unterseite der Kiste. Freilich sollte man die zwölf Monate in spanischer Sprache lesen können.

Und wie alt sind nun meine zwei Kisten? Aus welchem Jahrgang durchflutet ein unvergleichliches Aroma unser Pappelzimmer und läßt alle meine Freunde, ....ääh Pappelbrüder daran teilhaben?
Also: die "Flor de Cano" sind vom März 1999, aus der Fabrica Artemisa. Die "H. Upmann" wurden im September 1998 in der Fabrica Jose Marti gerollt.

Mittwoch, 15. Februar 2006

Von Formen und Formaten Rauchwaren

Rauchwaren
Jürgen bemerkte:
Zunächst einmal: Rauchen ist schädlich! Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen helfen mit dem Rauchen aufzuhören.
Meine Vorliebe gilt Zigarren. Ich rauche (fast) ausschließlich cubanische Zigarren. Auf die zur Befriedigung meiner schnöden Sucht gerauchten Zigarillos soll in diesem Beitrag nicht eingegangen werden.

Zigarren haben unterschiedliche Formen. Die Form, besser das Format einer Zigarre, hat einen nicht unwesentlichen Einfluß auf den Rauchverlauf, auf die Rauchdauer und natürlich auch auf den Geschmack. Eine kleine, kurze, dünne Zigarre kann schneller heiß werden und produziert weniger Rauch, als ein dicker, langer Prügel. Eine konisch geformte Zigarre wird den Rauch bündeln und kann dadurch intensiver schmecken.
Jedes Format hat seine Berechtigung: Kleinere für "zwischendurch", ein mittleres Format vielleicht zum Frühstück, die große Dicke zum Beispiel nach einer ausgedehnten Mahlzeit oder zu einem festlichen Anlass. Oder einfach nur so.

Wer Zigarren raucht, kann unter unzähligen Formaten wählen. Es gibt international gebräuchliche Formatsbezeichnungen, wie z.B. Corona, Churchill oder Lonsdale. Diese Formate bewegen sich in einer gewissen Toleranz, was ihre Länge und ihren Durchmesser betrifft.

Wer speziell cubanische Zigarren bevorzugt, kann unter rund 85 Formaten wählen. Alle diese Formate sind in Länge und Durchmesser auf den Millimeter genau festgelegt. Es gibt also keine Bandbreite in welcher sich z.B. eine "Corona" bewegt.
Dies macht die Sache allerdings nicht unkomplizierter: Die Cubaner unterscheiden nämlich zwischen dem Verkaufsnamen, den "Vitolas de salida" und dem Produktionsnamen, den "Vitolas de Galera". Wer also eine Flor de Rafael Gonzales "Panatela Extra" raucht, hat zwar nach international gebräuchlicher Bezeichnung ein "Short Panatela"-Format in der Hand, raucht aber exakt eine "Veguerito Mano".
Noch ein Beispiel: eine durchaus gute Zigarre ist die Bolivar "Inmensas". Ein schönes Kaliber um sich gut eine Stunde zu vergnügen.
Bezeichnungen:
Vitola de salida = "Inmensas"
Vitolas de Galera = "Dalia"
International geht sie noch als "Churchill" durch.

Da ich es vorwiegend mit den Cubanern halte, orientiere ich mich vor allem an den Vitolas de Salidas. Um ganz exakt bestimmen zu können wie groß eine Zigarre ist, schaue ich in meinem Zigarrenlexikon nach den Vitolas de Galera.

Wenn ich also Donnerstags in meiner Männergruppe einen Stumpen anzünde, dann geht vielleicht eine "Delicioso", oder eine "Conchita", oder eine "Parejo" in Rauch auf. Für meine Freunde sind es freilich nur dicke oder dünne Stinker.